

Die Debatte um den Einfluss von Zucker, Fetten und Salz auf unsere Ernährung und Gesundheit hat sich in den vergangenen Jahren weiter verschärft. Angesichts steigender Fälle von ernährungsmitbedingten Erkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2, Adipositas und Herzkreislauferkrankungen ist die Reduktion von Zucker, Fetten und Salz in Fertigprodukten ein wichtiger Baustein der Strategie zur Eindämmung von nicht-übertragbaren Erkrankungen. Ein weiterer Schritt in diese Richtung fand mit dem 2. Symposium von Reduction2025statt. Das Symposium brachte Vertreter aus verschiedenen Bereichen der Lebensmittelwirtschaft, der Wissenschaft und Verbraucherorganisationen zusammen, um über innovative Ansätze zur Reduktion von Zucker, Fetten und Salz in Fertigprodukten zu diskutieren.
Hintergrund
Das 2. Symposium von Reduction2025 ist Teil eines Vernetzungs- und Transferprojekts im Zusammenhang mit der "Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie für Zucker, Fette und Salz in Fertigprodukten" des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Das Projekt zielt darauf ab, die Reduzierung von Zucker, Fetten und Salz in Fertigprodukten zu fördern und innovative Ansätze in diesem Bereich zu entwickeln. Es wird durch das Innovationsprogramm des BMEL gefördert und durch den Projektträger BLE betreut.
Einführung und Eröffnung
Moderator Werner Prill gab gemeinsam mit Dr. Sven Benson von der Firma Candidum einen Überblick über die Themen der Veranstaltung. Das Hauptaugenmerk lag dabei generell auf der Reformulierung von Fertigprodukten und den zukünftigen Herausforderungen in der Ernährung
Status Quo der Reduktionsstrategie
Dr. Corina Gréa vom Max Rubner-Institut präsentierte den Status quo des Produktmonitorings im Rahmen der „Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie zur Reduktion von Zucker, Fetten und Salz in Fertigprodukten“. Sie erläuterte, wie das Max Rubner-Institut seit 2016 die Zucker-, Fett-, Salz- und Energiegehalte von Fertigprodukten in einem Monitoring erfasst. Besonderes Augenmerk wird auf Produkte gelegt, die gezielt Kinder ansprechen. Das Monitoring hat bereits wichtige Erkenntnisse geliefert und die Grundlage für zukünftige Reduktionsziele geschaffen.
Verbraucherbedürfnisse und Erwartungen
Dr. Britta Schautz von der Verbraucherzentrale Berlin beleuchtete die Bedürfnisse und Erwartungen der Verbraucher in Bezug auf die Umsetzung der Reduktionsstrategie. Sie betonte die Bedeutung der Reformulierung von Lebensmitteln, um gesunde Ernährung zu fördern. Die Verbraucherzentralen befragten in diesem Zusammenhang Konsumenten und untersuchten Produkte am Markt, um positive und negative Beispiele zu präsentieren. Sie forderte transparente Kommunikation und strengere Vorgaben für Produkte mit Kinderoptik.
Innovationen in der Gemeinschaftsverpflegung
Kristin Heidenreich von der Pro Care Management GmbH stellte das Projekt "Start Low" vor, das sich auf die Reduktion von Salz und Zucker sowie die Optimierung von Fetten in der Kita-Verpflegung konzentriert. Das Projekt bietet Empfehlungen für nährwertoptimierte Reformulierungen von Standardrezepturen und entwickelt Nudging-Maßnahmen zur Unterstützung der Akzeptanz gesünderer Speisen in Kindertageseinrichtungen.
Zukunftsaussichten der Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie
Die Teilnehmer des Symposiums diskutierten intensiv über die zukünftige Ausrichtung der Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie. Besonderes Augenmerk lag auf der Verbesserung der Ernährung für Kinder und Erwachsene. Dabei wurden die Kernthemen des Vormittags kritisch beleuchtet und es entwickelten sich offene Diskussionen.
Neue Inhaltsstoffe und Zulassung
Am Nachmittag wurde die Rolle der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bei der Zulassung neuer und neuartiger Stoffe beleuchtet. Prof. Dr. Klaus-Dieter Jany von BGF biotech-gm-food erklärte die gesetzlichen Regelungen und den Prozess der Zulassung neuer Lebensmittel und Zutaten. Die EFSA spielt dabei eine entscheidende Rolle in der Sicherheitsbewertung.
Innovative Zuckerersatzstoffe
Dr. Stefan Rasche vom Fraunhofer IME präsentierte das Projekt "Novel Sweets," das sich mit der Entwicklung von neuartigen proteinbasierten Zuckerersatzstoffen befasst. Diese sollen zukünftig eine Alternative zu Zucker darstellen und aufgrund ihrer verbesserten Eigenschaften in Fertigprodukten eingesetzt werden. Die Verbesserungen sollen eine erhöhte Temperaturstabilität, erweiterte pH-Stabilität und eine verbesserte Sensorik umfassen.
Diskussion und Schlussfolgerung
In der Abschlussdiskussion des Symposiums wurde intensiv über die Möglichkeiten zur erleichterten Zulassung von Lebensmitteln und Zusatzstoffen diskutiert. Die Projektverantwortlichen von Novel Sweets tauschten Ideen mit Prof. Dr. Jany über die Herausforderungen und Chancen in diesem Bereich aus.
Das 2. Symposium von Reduction2025 bot einen umfassenden Einblick in die aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen im Bereich der Reduktion von Zucker, Fetten und Salz in Fertigprodukten. Die Diskussionen und Präsentationen verdeutlichten die Bedeutung dieses Themas für die Ernährungsgesundheit und die Notwendigkeit von transparenten Reduktionsstrategien. Darüber hinaus zeigte das Symposium die Wichtigkeit der Förderung von gesünderen Lebensmitteln und verbesserten Ernährungskonzepten in der Gemeinschaftsverpflegung auf, insbesondere bei Kinderbetreuungseinrichtungen.
Innovative Projekte wie "Start Low" und "Novel Sweets" zeigten vielversprechende Ansätze zur Reduktion von Zucker, Fetten und Salz und zur Förderung gesünderer Ernährungsoptionen. Das Symposium diente als wertvolle Plattform für den offenen Dialog zwischen verschiedenen Akteuren des Ernährungssystems, um gemeinsam an Lösungen zur Reduktion von Zucker, Fetten und Salz in Fertigprodukten zu arbeiten. Die Präsentationen und Diskussionen inspirierten zu neuen Ideen und Ansätzen, die dazu beitragen können, ernährungsbedingte Krankheiten zu reduzieren und die Lebensmittelwirtschaft auf dem Weg zu gesundheitsförderlicheren Produkten zu begleiten.
Ausblick
Das 2. Symposium von Reduction2025 lieferte einen wichtigen Beitrag zur Vernetzung wesentlicher Akteure im Ernährungssystem und für den Transfer aktueller Forschungsergebnisse aus der „Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie für Zucker, Fette und Salz in Fertigprodukten“. Die Herausforderungen sind groß, doch die Veranstaltung konnte zeigen, dass die Lebensmittelwirtschaft, die Wissenschaft und Verbraucherorganisationen bereit sind, gemeinsam auf die Suche nach neuen Lösungen zu gehen. Das Symposium wird in den kommenden Jahren fortgesetzt und es darf erwartet werden, dass auch künftig weitere Fortschritte bei der Reduktion von Zucker, Fetten und Salz in Fertigprodukten erzielt werden. Wir freuen uns, wenn wir Sie auch beim nächsten Mal wieder bei einer unserer Veranstaltungen begrüßen dürfen.





